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Portfolio – sinnvoller Mehraufwand?

Lohnt sich die Portfolioarbeit?

Ein Beitrag von Benedikt Reinhard

Portfolioarbeit ist in vielen Bundesländern bereits als Standard in der Lehrerausbildung festgelegt. Es scheint sich dabei aktuell um einen Trend in den Kultusministerien zu handeln. Aber was steckt dahinter?

Am Anfang meiner Beschäftigung mit Portfolioarbeit war ich voller Skepsis gegenüber dieser mehr oder weniger neuen Methode in der Lehrerausbildung. Was bringt das? Warum behelligt man die sowieso schon überladenen Referendare noch mit der Führung eines Portfolios? Nach eingehender Beschäftigung mit dem Konzept bin ich aber überzeugt: Portfolioarbeit kann jeden Lehrer und jede Lehrerin weiterbringen – und das sage ich nicht, weil ich die letzten Monate ein Manuskript dazu bearbeitet habe.

Was ist ein Portfolio?

Gehört hatte ich von Portfolioarbeit vorher eigentlich gar nichts. Als erste Assoziation zu dem Wort Portfolio kam mir in den Kopf, dass man sich damit doch bewerben kann. Vielleicht bewerben sich Lehrer also mit einem Portfolio bei der Schule. Bezieht sich Portfolioarbeit also auf die Arbeit an der eigenen Bewerbungsmappe mit der man sich an der Schule vorstellt?

Ja und nein. Ein Portfolio ist eine Sammlung von Objekten. Unser Verlagsprogramm ist zum Beispiel auch ein Portfolio, das eine Übersicht über die Produkte liefert. Und wer kennt Portfolios nicht aus der Schule: In der Grundschule habe ich z. B. zum Thema Wald meine Arbeitsblätter und verschiedene Dinge, z. B. Blätter, Äste, Tannenzapfen in einer Sammelmappe gesammelt.

Die Arbeit mit Portfolios in der Lehrerausbildung geht aber darüber hinaus. Hier spricht man von einem Portfolio, wenn es um eine Sammlung von Reflexionen, Übungen & Co. geht, welche die eigene Entwicklung zur Lehrerin oder zum Lehrer demonstrieren.

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Was bringt die Arbeit mit Portfolios?

Ein Portfolio ist zwar ganz nett und einige haben sicher Gefallen daran, eine Art Sammelmappe für sich zu erstellen. Wie das aber mich persönlich weiterbringen soll, das war mir nicht klar. Denn z. B. bei der Unterrichtsvorbereitung hilft das doch nichts. Oder doch?

Das Portfolio, das habe ich gelernt, stärkt die Reflexionsfähigkeit. Diesen sperrigen Begriff muss man ein bisschen zerlegen: An mir selbst merke ich, dass es gut ist, wenn ich über die eigene Arbeit nachdenke. Ich erkenne dann beispielsweise, wie ich meine Arbeit an besser organisieren kann oder welche Aufgaben wirklich wichtig sind.

Portfolios sollen beim Nachdenken über die eigene Arbeit helfen, indem sie das Nachdenken systematischer gestalten sowie dazu anregen, Ergebnisse und Erkenntnisse der Reflexion in irgendeiner Form festzuhalten. So unterstützt die Portfolioarbeit die angehenden Lehrkräfte dabei, die eigene Entwicklung besser zu steuern und ein professionelles Selbstkonzept zu entwickeln.

Wie funktioniert die Portfolioarbeit?

Eigentlich funktioniert die Arbeit relativ simpel. Während der Ausbildung am Seminar und in der Schule sollten angehende Lehrer immer wieder die Gelegenheit bekommen, über sich selbst in ihrer Rolle als Lehrerin bzw. Lehrer nachzudenken. Mentoren sollten sie dabei unterstützen, indem sie verschiedene Anlässe und Perspektiven zum Reflektieren bieten.

Man stellt sich bei der Arbeit am eigenen Portfolio verschiedene Fragen, diese können die eigene Einstellung zum Lehrberuf oder die eigenen Ziele betreffen. Das kann einmal bedeuten, dass man einmal relativ simpel ein Arbeitsblatt ausfüllt. Das kann aber auch bedeuten, dass man ein Problem, das einen derzeit beschäftigt, als Bild darstellt, oder dass man eine Collage aus verschiedenen Materialien erstellt, um die eigene Ansicht des Lehrberufs zu visualisieren. Anschließend wird nach einiger Zeit dann bilanziert: Was konnte ich in der Praxis umsetzen? Wobei habe ich noch Probleme? Was klappt bei mir schon sehr gut? So ist ein Portfolio sinnvoll und hilfreich, um die eigene Entwicklung zu steuern. Übrigens: Nicht nur Referendarinnen und Referendare, sondern auch Mentorinnen und Mentoren können sich durch Portfolioarbeit noch weiterentwickeln.

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