Weihnachten in aller Welt: Unterrichtsmaterial

Weihnachten wird weltweit gefeiert. Ob man in freudiger Erwartung Geschenke einpackt, Rezepte fürs große Fest sammelt, oder sich an den vielen Lichtern erfreut: Im Winter kann man sich der vorweihnachtlichen Atmosphäre quasi nicht entziehen. Dabei unterscheidet sich vieles, was wir hierzulande als typisch weihnachtlich empfinden, von den Traditionen in anderen Ländern. In Deutschland feiern wir anders Weihnachten als die Menschen in Großbritannien oder unsere französischen Nachbarn. Das Weihnachtsfest bietet daher einen hervorragenden Anlass, uns besser kennenzulernen: Nutzen Sie das passende Unterrichtsmaterial um Ihren Schüler:innen Bräuche aus aller Welt vorzustellen und mit ihnen ein Fest der Vielfalt zu feiern! 

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© Kira auf der Heide via Unsplash

Die Vorweihnachtszeit: Warten auf Weihnachten

Für viele Kinder (und Erwachsene) beginnt die Vorfreude schon Anfang Dezember: Der Nikolaus zaubert unbemerkt über Nacht Walnüsse, Mandarinen und zuckriges Allerlei in die frischgeputzten Winterstiefel. Doch woher kommt dieser Brauch eigentlich? 

Der heilige Nikolaus von Myra, dessen Todestag wir am 6.12. begehen, galt zwar früh als Schutzherr vieler Städte und Berufe, doch die Verehrung, die wir ihm heute zuteilwerden lassen, geht auf ein mittelalterliches Ritual zurück. Schuhwerk oder Strümpfe sind dabei übrigens nur Ersatz für kleine papierene Schiffe: Das „Schiffchensetzen“ erinnerte viele Jahrzehnte daran, dass der Nikolaus auch Schutzpatron der Seefahrer war. In Ländern wie Frankreich oder den Niederlanden werden dem Nikolaus noch heute große Umzüge gewidmet.

Gehen Sie doch im Deutschunterricht mit Ihren Schüler:innen der 5./6. Klasse diesem und anderen weihnachtlichen Gabenbringern auf die Spur: Unterrichtseinheiten zu Sprachanalysen rund um das Thema „Weihnachten verkürzen nicht nur das Warten sondern fördern auch die Sprachsensibilität der Schüler:innen. Und wer weiß – das selbstgeschriebene Gedicht lässt vielleicht die Last-Minute Suche nach einem passenden Geschenk entfallen?

Wie wird Weihnachten

… in Spanien & Lateinamerika gefeiert?

Obwohl Weihnachten auch in Spanien und Lateinamerika ein ganz besonderes Familienfest ist, unterscheiden sich Traditionen und Bräuche etwas von den hiesigen.

Die Vorweihnachtszeit in Spanien ist durch die große Weihnachtslotterie geprägt. Alle hoffen darauf, den Hauptpreis „El Gordo“ („den Dicken“) zu gewinnen. Am Weihnachtsabend „La Nochebuena“ am 24. Dezember kommen die Familien in Spanien und Lateinamerika zum Weihnachtsessen zusammen.

Die vielen verschiedenen spanischsprachigen Länder haben – nicht zuletzt was typische Weihnachtsgerichte betrifft – ihre eigenen Bräuche: Während beispielsweise in Chile auch der Truthahn auf dem Speiseplan steht, werden in Mexiko gerne die sogenannten „romeritos“ gegessen, eine Pflanze, die mit Kartoffeln und Nopal-Kaktus zubereitet und mit Kabeljau serviert wird. In Argentinien darf es – bei meist sommerlichen Temperaturen auf der Südhalbkugel – auch gerne einmal ein weihnachtliches Barbecue sein! In Spanien wird das Weihnachtsessen traditionell durch die weiße Nougatspezialität „Turrón“ versüßt.

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„Turrón“ | © esolla in iStock/Getty Images Plus via Getty Images

Sowohl in Spanien als auch in Lateinamerika ist der Besuch der Mitternachtsmesse von großer Bedeutung. In den meisten Ländern Lateinamerikas packen die Kinder ihre Geschenke wie in Deutschland am 24. Dezember aus. In Argentinien und Spanien werden die Geschenke allerdings erst am 6. Januar von den Heiligen Drei Königen gebracht. Am Tag zuvor finden zu Ehren der „Reyes Magos“ Umzüge in den Straßen Spaniens statt.

Vielleicht kannten Sie schon die spanische Tradition, in der Silvesternacht rote Unterwäsche zu tragen, um im neuen Jahr Glück und Erfolg zu haben? In Kolumbien, Peru, Ecuador, Chile und Mexiko gilt hingegen Gelb als die Farbe des Neujahrsglücks und künftigen Wohlstands. Zur Behandlung dieser Weihnachtstraditionen steht Ihnen vielfältiges Unterrichtsmaterial zur Verfügung: Nutzen Sie beispielsweise Gesprächspodcasts und authentische Kurzaudios um das Thema mit Ihren Schüler:innen der Klassen 9-12 zu behandeln.

… in Frankreich gefeiert?

Haben Sie's gewusst? Die französische Bezeichnung „réveillon“ wird mit „Weihnachtsfeier“ aber auch als „Weihnachtsessen“ übersetzt. Ob in Caen oder Paris: Ein üppiges Festessen gehört zum Fest dazu: Mit Aperitif, Austern, Foie gras, Truthahn, Käsen und guten Weinen bringen es die Franzosen auf etwa 7 Gänge.

Mit dem Verschwinden der Kaminöfen, verschwand auch die europäische Tradition, ein Stück Holz zum Weihnachtsfest zu verbrennen. Die Franzosen wollten auf diesen Brauch jedoch nicht verzichten und ließen alsbald den Holzscheit in Form eines Kuchen zurückkehren. Die typische schokoladige Biskuitrolle in der Optik eines Baumstammes, „Bûche de Noël“, bildet den krönenden Abschluss des Weihnachtsessens.

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Weihnachtsmarkt | © Ross Sneddon via Unsplash

Bei einem fiktiven Weihnachtsmarktbesuch in Metz, einem der ältesten Weihnachtsmärkte Europas, können Sie allerlei passende Leckereien finden: Fördern Sie mithilfe von Quizlet-Aufgaben, Kahoot-Quiz, Rollenkarten und Tandembögen die Sprechkompetenz und interkulturelle Handlungskompetenz Ihrer Schüler:innen der Klassen 6-8 im Französischunterricht.

… in England gefeiert?

Genauso wie in Deutschland ist Weihnachten in Großbritannien ein Familienfest, bei dem Kinder und Erwachsene sich gegenseitig beschenken. Anders als in Deutschland findet die Bescherung am Morgen des 25.12. statt. Am Abend vorher werden rote Socken an den Kamin gehängt, die vom englischen Weihnachtsmann, dem „Father Christmas“, befüllt werden. Am Nachmittag des Weihnachtstages schauen die Briten die traditionelle Weihnachtsansprache der Queen im Fernsehen.

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„Christmas crackers“ auf dem Esstisch | © James Coleman via Unsplash

Der Tag nach Weihnachten, der sogenannte “Boxing Day”, steht ganz im Zeichen der Dankbarkeit und Nächstenliebe, die allen Mitmenschen und Bedürftigen mit Anerkennungen und Wertschätzungen ausgedrückt werden. Neben den sehr beliebten „Christmas crackers“ begeistert auch der britische Humor, z. B. wenn Mr Bean versucht, das typische Weihnachtsessen, den Truthahn, zuzubereiten. Ganz klassisch geht es zu, wenn gemeinsam in der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, seinem „Christmas Carol“ gelesen wird.

Auch Weihnachtslieder gehören selbstverständlich zum britischen Weihnachtsfest. Manch einer unter uns würde sie am liebsten das ganze Jahr hören – und singen! Das rekordverdächtige Last Christmas, Evergreen unter den Weihnachtsliedern, wärmt beim Singen die Herzen von Klein und Groß besser als ein Weihnachtspunsch. Ihre Klassen 5-13 lernen im Musikunterricht außerdem fast beiläufig britische Weihnachtsbräuche kennen.

Dass immer mehr auch das hinduistische Lichterfest Diwali, die indische Entsprechung unseres Weihnachtsfests, Ende Oktober/Anfang November auf den britischen Inseln gefeiert wird, ist ein Zeichen für die zunehmende Öffnung der Gesellschaft Großbritanniens für religiöse Minderheiten.

Im Rahmen des fünftägigen Fests zu Ehren der Göttin Lakshmi erscheinen ganze Straßen, Wohnhäuser und Geschäfte sowie sogar das London Eye im Glanze vielzähliger Lichter, die den Geistern der Toten den Weg zur Seligkeit zeigen sollen. Zusätzlich finden mit Silvester vergleichbare Feuerwerke statt. Die indischen Traditionen umfassen das Nehmen von Ölbädern, das Kaufen neuer Kleidung und Schmuckstücke sowie das gegenseitige Beschenken mit Süßigkeiten. 

Möchten Sie mit Ihren Schüler:innen das Lichterfest Diwali behandeln? In der Unterrichtseinheit „Diwali, Our Christmas“ für die Klassen 9-11 vergleichen Ihre Lernenden Weihnachten und Diwali, erkunden fremde Festtraditionen in ihrem Umfeld und diskutieren, inwieweit gemeinsames Feiern den Zusammenhalt in multikulturellen Gesellschaften stärkt.

… in den Vereinigten Staaten gefeiert?

Die „holiday season“ in den USA beginnt schon im November. Die Amerikaner nutzen sie, um ihre Häuser ausgiebig mit Schmuck und Beleuchtung zu versehen und Weihnachtsbäume mit Lametta, Weihnachtsschmuck und rot-weißen Zuckerstangen zu dekorieren. Das bekannteste Sinnbild für Weihnachten in den Vereinigten Staaten ist dabei sicher der 25 Meter große Weihnachtsbaum am Rockefeller Center in New York. Eine beliebte US-amerikanische Weihnachtstradition stellt auch das Aufhängen eines Mistelzweigs dar, der die darunter stehenden Personen zum Küssen einlädt. Ein grundlegender Unterschied zum Weihnachtsfest in Deutschland ist, dass es am 25.12. gefeiert wird.

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Der Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center | © Johnell Pannell via Unsplash

Am Abend zuvor, dem „Christmas Eve“ hängen Kinder „Christmas stockings“ an den Kamin und stellen Milch und Kekse für Santa Claus bereit. Am „Christmas morning“ werden dann die Geschenke ausgepackt. Das klassische Weihnachtsessen besteht in den USA aus Truthahn, Kartoffelbrei und Braten- oder Cranberrysoße.

Bringen Sie Ihren Lernenden der Klassen 7-9 die amerikanischen Weihnachtstraditionen mittels eines Christmas jeopardy game näher. Das Unterrichtsmaterial ist ideal für die Zeit vor den Ferien: Die Klasse lernt spielerisch die Weihnachtstraditionen der USA kennen und festigt so zuvor erworbenes Wissen.

… bei Ihnen gefeiert?

Sicherlich haben auch Sie in Ihrer eigenen Familie Bräuche, die Ihr Fest zu etwas ganz Besonderem machen. Egal, wie Sie Ihr Weihnachtsfest gestalten, wir wünschen Ihnen ein wunderbares Fest, Gesundheit, Freude und erholsame Weihnachtsfeiertage!

 

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