Gabriele Tergit: „Der erste Zug nach Berlin“ - Reise in ein kaltes Land

Gabriele Tergit: „Der erste Zug nach Berlin“

Gymnasium

Deutsch

11. | 12. | 13. Klasse

13 Unterrichtsstunden

Beschreibung

In dem Roman „Der erste Zug nach Berlin“ reist eine amerikanisch-britische Journalistengruppe in demokratiepädagogischer Mission in die ehemalige deutsche Hauptstadt. Unterschiedliche politische Ansichten der Teilnehmenden treffen auf eine Nachkriegsgesellschaft, die weder das NS-System überwunden noch klare Zukunftsvorstellungen hat. Authentisch präsentiert wird eine Mixtur von Beobachtungen, Gedanken und Gesprächen aus der Perspektive der jungen Amerikanerin Maud, die, durch widersprüchliche Erfahrungen zwischen Faszination und Abwehr hin- und hergerissen, in ihrem Selbstverständnis geprüft wird. Streitgespräche über Deutschland wie auch emotionale Irritationen der Ich-Erzählerin beleuchten satirisch Denkmuster und Verhaltensweisen von Siegern und Besiegten und motivieren zu kritischer Selbst- und Gegenwartsbefragung.
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# Roman
# Zweiter Weltkrieg
# Nationalsozialismus

Kompetenzen

Klassenstufe:11–13
Dauer:13 Unterrichtsstunden + LEK
Kompetenzen:1. Lesen: Sachtexte und literarische Beispiele auswerten und vergleichen; 2. Analysieren: Funktion sprachlicher Kommunikation untersuchen, Wirkung der Erzählperspektive erarbeiten; 3. Argumentieren: Positionen hinterfragen; Lebensentwürfe reflektieren
Thematische Bereiche:Roman, Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus
Zusätzlich benötigt:G. Tergit: Der erste Zug nach Berlin. ISBN: 978-3-442-77425-8.

Inhaltsangabe

1.–3. Stunde

Thema:Untergang und Aufbruch
M 1„The journey of no return“ – Eine Berliner Autorin im Exil / Textstellen der Fluchtbiografie Tergits zuordnen und erläutern; die Unterscheidung von Exil und Emigration begründen; den Heimatbegriff diskutieren
M 2Sieger und Besiegte – Jalta und Potsdam (1945) / Bezüge zu den Konferenzen im Roman untersuchen; die Vorschläge der Kommission vergleichen und beurteilen; die Assimilationskritik erläutern
M 3Die Presse – Ein Instrument der Demokratisierung? / Aussagen zu Presse- und Reeducation-Auftrag sammeln; zwei Zeitungen vergleichen; Schwierigkeiten der Realisierung des Auftrags benennen; die alliierte Kooperation mit deutschen Journalisten beschreiben; Reaktionen deutscher Zuschauer auf Newsreels aus der NS-Zeit erklären
M 4„Der erste Zug nach Berlin“ – Lesebegleitende Aufgaben / Rechercheaufträge bearbeiten; die zweite Romanhälfte lesen (ab Kapitel 10)
Benötigt:
  • Präsentationsmöglichkeit für Gruppe 1 (Aufgabe 1 und 2) und Gruppe 2 (Aufgabe 1 und 2)
  • digitale Endgeräte und Internetzugang

4./5. Stunde

Thema:„In ein kaltes Land“ (S. 7)
M 5American way of life vs. europäische Mangelwirtschaft / Mauds Teilnahmemotivation erklären; Reiseerfahrungen und Reaktionen wiedergeben; Mauds Kulturbegriff kommentieren und Konnotationen nennen; Englands Abgrenzungspolitik erläutern
M 6Eine junge Amerikanerin im „wilden Europa“ / Assoziationen zu Fotos nennen; die Bedeutung New Yorks und Berlins für Maud erläutern; Mauds Berliner Aufenthaltsorte, Eindrücke und Aussparungen wiedergeben; Mauds Rolle als Ich-Erzählerin untersuchen

6.–8. Stunde

Thema:Splitter einer Gesellschaft
M 7„Wie das deutsche Volk denkt“ (S. 65) / Seghers’ Gefühlswidersprüche nachvollziehen; Aufbau, Personen und Themen von Kapitel 4 angeben; Mauds Befragungen auswerten; den Dienstmädchen-Vorfall untersuchen; Mertons Einsatz gegen Propagandalügen analysieren
M 8Ein Dinner auf der „Insel der Zivilisation“ / Die Menükarte ausfüllen; die Abendgestaltung und Mauds Stimmungskurve beschreiben; Themen und Intention der Tischreden erarbeiten; Vorlieben und Ressentiments von Gastgebern und Gästen identifizieren; Lüge und Heuchelei an Sprachbeispielen entlarven; Lord Dolgellys Verhalten charakterisieren
M 9Täter, Mitläufer, Profiteure / Die Enttarnung der deutschen Mitarbeiter resümieren und die alliierte Reaktion prüfen; mit passenden Zitaten Romanfiguren Kategorien zuordnen; den Raubkunst-Nachweis erläutern; Stegens neue Vorliebe für moderne Kunst kommentieren
Benötigt:
  • Präsentationsmöglichkeit für Gruppe 3 (Aufgabe 1 und 2)
  • digitale Endgeräte und Internetzugang

9./10. Stunde

Thema:„Man muß doch der Historie zusehen.“ (Gabriele Tergit, „Etwas Seltenes überhaupt“, S. 183)
M 10Zwischen „deutscher Geistigkeit“ und NS-Propaganda / Stegens Inszenierungen beschreiben; Stegens Strategien analysieren; die kommunikative Umsetzung und Wirkung untersuchen; die Verbindung von  Kunst und Propaganda aufdecken; das NS-Frauenbild charakterisieren; Mauds Faszination und Distanzierung erklären; Mertons Rat kommentieren
M 11„Das andre Deutschland“ / Mauds Konfrontation mit der Nachkriegsrealität beschreiben; Reinholds Lebensbericht den Biografien der Mitläufer gegenüberstellen; seine Anklagerede untersuchen und Mertons Bekenntnis resümieren; sprachliche Auffälligkeiten in Levis Text ermitteln; eine Leerstelle assoziativ füllen; seine Beobachtungen und Gefühle deuten

11.–13. Stunde

Thema:Hoffnung – Gleichgültigkeit – Desillusion
M 12„Wozu das alles?“ – Charon, Hiob und die Sinnfrage / Die Lebensstationen des Fährmanns verfolgen; die Leidensgeschichte des Mannes „im Frack“ historisch einordnen; den politischen Kontext von Mertons Frage „Leben oder Tod?“ erklären; Antworten auf die Sinnfrage charakterisieren
M 13„Umbringen ist keine Lösung“ – Ein Friedensprojekt? / Dolgellys emotionale Reaktion verstehen; seine Thesen wiedergeben und ihre rhetorische Wirkung aufzeigen; Gemeinsamkeiten mit der Rede Byrnes’ herausarbeiten; die Vorschläge der Kommissionsmitglieder damit vergleichen; die Bezeichnung „Speech of Hope“ begründen
M 14Merton und Maud – Selbstfindungsprozess und „Rückfall“ / Mauds Urteile über Kollegen, politische und soziale Einstellungen wiedergeben und beurteilen; ihre Erkenntnisschritte prüfen und Mertons Rolle dabei ermitteln; Mauds Bericht aus New York inhaltlich analysieren; Mauds „Rückfall“ und Mertons Lebensumkehr erklären; Anfang und Ende des Romans vergleichen; über das Romanende diskutieren; ein Rollenspiel durchführen
Benötigt:
  • Präsentationsmöglichkeit für Gruppe 3 (Aufgabe 3)
  • digitale Endgeräte und Internetzugang

LEK

Thema:Schloss und Mietskaserne – Zwei Besuche / Schauplatz und Intention der Besuche vergleichen; die Rolle der Ich-Erzählerin, ihr Verhalten, ihre Äußerungen und ihre emotionalen Reaktionen analysieren; die erzählten Episoden als Widerspiegelung der Nachkriegsrealität Berlins begründen und deuten; mögliche Bezüge zu Gabriele Tergits Biografie aufdecken

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