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Geschichte
11. | 12. | 13. Klasse
10 - 12 Unterrichtsstunden
28.08.2018
digitaler Beitrag
Beschreibung
Widerstand und widerständiges Verhalten hat es während der 40-jährigen Geschichte der DDR immer gegeben und sie ist, nicht zuletzt aufgrund des vielfältigen dissidenten Denkens und Handelns, letztendlich auch zusammengebrochen. Im Westen nahm man die einzelnen Fälle von Widerstand in und gegen die DDR, vor allem nach geglückten und spektakulären Einzelaktionen, wohlwollend zur Kenntnis, schätzte aber den fundamentalen Widerstand, der sich in 40 Jahren herausgebildet hatte und der meist mit Repression durch staatliche Behörden in der DDR einherging, als nicht effizient ein. In der DDR reagierte man mit den unterschiedlichsten Maßnahmen gegen Widerständige, also sogenannte Republikflüchtlinge, Fluchthelfer, Ausreiseantragsteller und dissidente Regimegegner. Als 1990 nach der Wiedervereinigung die Akten der Staatssicherheit geöffnet wurden und die Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages in den 90er Jahren das Wirken des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) erforschte, wurden erstmals die Dimensionen der Repression – von der Überwachung und Inhaftierung über Folter und Zersetzung bis hin zur Liquidierung – offenbar. Hinter jedweder Repressionsmaßnahme stand der Verdacht auf „feindlich-negatives“ Verhalten eines DDR-Bürgers. "Und selbst in dieser Auseinandersetzung um meinen Rausschmiss versuchte ich mich, aus welchen Gründen auch immer, anzupassen, um meinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. In meiner vom Parteisekretär der SED abgeforderten Stellungnahme wandte ich mich zwar nach wie vor gegen die Ausbürgerung Biermanns und forderte Meinungsfreiheit ein. Aber im Text wimmelt es nur so an Bekenntnissen zum Sozialismus. Das war die pure Anpassung trotz Widerspruch", so berichtet Roland Jahn im Hohenschönhausen-Forum 2013. Der bekannte Jenaer Bürgerrechtler, heute Beauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes, zeigt in diesen wenigen Zeilen, dass es nicht einfach gewesen ist, ein System zu identifizieren, es für sich zu prüfen und nicht mehr dulden zu wollen und letztendlich dagegen anzukämpfen. Das mag auch der Grund sein, weshalb die Forschung zum DDR-Widerstand nur langsam voran schritt.
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