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„Heimsuchung“ im Deutschunterricht: Roman und Film vergleichen

15.10.2026
6 Minuten
Sekundarstufe

Was bleibt von einem Roman, wenn er verfilmt wird? Und was geht verloren? Die Verfilmung von Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“ eröffnet spannende Möglichkeiten für den Deutschunterricht. Erfahren Sie, wie Ihre Lernenden durch den Vergleich mit Volker Schlöndorffs Film die Erzählweise und zentralen Themen der Pflichtlektüre vertiefend erschließen – mit einer fertig ausgearbeiteten Unterrichtseinheit.

Der Film "Heimsuchung"

© STUDIOCANAL/Ziegler Film

Wie verändert sich „Heimsuchung“, wenn aus dem Roman ein Film wird?

Ein Roman, zahlreiche Figuren und Lebensgeschichten, fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte. Wie lässt sich ein so vielschichtiges Werk in einen knapp zweistündigen Film verwandeln? Welche Ereignisse sind unverzichtbar? Und wie verändert sich eine Geschichte, wenn bestimmte Perspektiven wegfallen? 

Vor diesen Herausforderungen stand Regisseur Volker Schlöndorff bei seiner Verfilmung „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ (2026). 

Die RAAbits-Unterrichtseinheit macht genau dieses Spannungsfeld zum Ausgangspunkt des didaktischen Zugangs: Statt Veränderungen lediglich nachzuvollziehen, setzen sich die Lernenden aktiv mit den Entscheidungen auseinander, die hinter einer Literaturverfilmung stehen. 

Dabei erkennen sie: Eine Verfilmung ist mehr als die bebilderte Handlung eines Romans. Jede Kürzung, jeder Perspektivwechsel und jede Veränderung setzen eigene interpretatorische Akzente.

Warum der Film einen neuen Blick auf die Abiturlektüre ermöglicht

Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“ stellt Lernende vor besondere Herausforderungen. Wechselnde Erzählperspektiven, Zeitsprünge und miteinander verwobene Lebensgeschichten machen den Roman anspruchsvoll. Gleichzeitig sind es gerade diese Gestaltungsmittel, die seine literarische Wirkung prägen. 

Schlöndorffs Film hingegen erzählt die Geschichte chronologisch und konzentriert sich stärker auf die menschlichen Schicksale.

Was bedeutet das für die Interpretation?

Die Unterrichtseinheit greift diese Frage mit gezielten Film- und Textvergleichen auf. Drei fachliche Schwerpunkte stehen dabei im Mittelpunkt:

Erzählperspektiven verstehen

Wie unterschiedliche Darstellungsweisen unsere Wahrnehmung von Figuren und Ereignissen prägen.

Figuren interpretieren

Welche Rolle Erinnerung, Verdrängung und individuelle Verantwortung für das Verständnis des Romans spielen.

Geschichte reflektieren

Wie Roman und Film unterschiedliche Akzente bei der Darstellung deutscher Geschichte setzen.

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Die Lernenden untersuchen dabei nicht nur Unterschiede zwischen Roman und Film, sondern auch deren Bedeutung. So wird die Verfilmung zum Ausgangspunkt einer vertieften literarischen Interpretation. 

Die passenden Szenen und Textstellen auszuwählen, Unterschiede herauszuarbeiten und daraus aufeinander aufbauende Aufgaben zu entwickeln, kostet Zeit. Die Unterrichtseinheit übernimmt diese Vorarbeit: mit gezielt ausgewählten Vergleichssituationen, strukturierten Arbeitsaufträgen und passenden Erwartungshorizonten. 

Von der Filmanalyse zum eigenen Urteil

Die Unterrichtseinheit führt die Schülerinnen und Schüler schrittweise vom ersten Vergleich zur eigenständigen Bewertung. 

Dabei entwickeln und vertiefen sie zentrale Kompetenzen für die gymnasiale Oberstufe: 

  • Erzähltechniken und ihre Wirkung analysieren 

  • Figuren und Handlungen differenziert interpretieren 

  • Deutungshypothesen entwickeln und begründen 

  • Filmische Gestaltungsmittel untersuchen 

  • Eigene Urteile argumentativ formulieren 

Zum Abschluss führen die Lernenden ihre Beobachtungen zusammen und entwickeln ein begründetes Urteil über die Verfilmung, indem sie eine eigene Filmkritik verfassen. 

Damit bietet die Unterrichtsreihe zugleich eine Möglichkeit, wichtige Kompetenzen für das Deutschabitur zu vertiefen. 

„Heimsuchung“ unterrichten – Mit vorbereiteten Materialien

Ein anspruchsvoller Roman, eine eigenständige Verfilmung und zahlreiche Möglichkeiten zur Interpretation: Die Unterrichtseinheit von Dr. Christoph Kunz verbindet diese Perspektiven zu einer strukturierten Unterrichtsreihe. 

Das erwartet Sie im Unterrichtsmaterial: 

  • 6 Unterrichtsstunden für die Sekundarstufe II, zusätzlich zur gemeinsamen Filmsichtung 

  • 9 ausgearbeitete Materialien mit konkreten Aufgaben und Vergleichshilfen 

  • 4 Film- und Textlupen zur vertieften Analyse ausgewählter Episoden 

  • Didaktisch-methodische Hinweise und Erwartungshorizonte zur Vorbereitung und Auswertung 

  • Eine abschließende Schreibaufgabe, in der die Lernenden eine eigene Filmkritik verfassen 

Die Unterrichtsreihe setzt auf einer bereits begonnenen Pflichtlektüre auf und eignet sich zur vertiefenden Auseinandersetzung mit „Heimsuchung“. 

Entdecken Sie die vollständige Unterrichtseinheit und nutzen Sie den Film, um Ihren Lernenden neue Zugänge zu Erpenbecks Roman zu eröffnen. 

Entdecken Sie weitere Materialien zum Roman „Heimsuchung“

Wenig Zeit für die Vorbereitung?

In unserem Webinar zeigen wir in einer Stunde verschiedene Ansätze, den Roman im Unterricht zu bearbeiten.

„Heimsuchung“ jetzt im Kino!

Jenny Erpenbecks Bestseller kommt auf die große Leinwand: Entdecken Sie die preisgekrönte Literaturverfilmung von Volker Schlöndorff.

Das Filmplakat von Heimsuchung. Seit 15.10. nur im Kino