Erzählperspektiven verstehen
Wie unterschiedliche Darstellungsweisen unsere Wahrnehmung von Figuren und Ereignissen prägen.
Was bleibt von einem Roman, wenn er verfilmt wird? Und was geht verloren? Die Verfilmung von Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“ eröffnet spannende Möglichkeiten für den Deutschunterricht. Erfahren Sie, wie Ihre Lernenden durch den Vergleich mit Volker Schlöndorffs Film die Erzählweise und zentralen Themen der Pflichtlektüre vertiefend erschließen – mit einer fertig ausgearbeiteten Unterrichtseinheit.

© STUDIOCANAL/Ziegler Film
Ein Roman, zahlreiche Figuren und Lebensgeschichten, fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte. Wie lässt sich ein so vielschichtiges Werk in einen knapp zweistündigen Film verwandeln? Welche Ereignisse sind unverzichtbar? Und wie verändert sich eine Geschichte, wenn bestimmte Perspektiven wegfallen?
Vor diesen Herausforderungen stand Regisseur Volker Schlöndorff bei seiner Verfilmung „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ (2026).
Die RAAbits-Unterrichtseinheit macht genau dieses Spannungsfeld zum Ausgangspunkt des didaktischen Zugangs: Statt Veränderungen lediglich nachzuvollziehen, setzen sich die Lernenden aktiv mit den Entscheidungen auseinander, die hinter einer Literaturverfilmung stehen.
Dabei erkennen sie: Eine Verfilmung ist mehr als die bebilderte Handlung eines Romans. Jede Kürzung, jeder Perspektivwechsel und jede Veränderung setzen eigene interpretatorische Akzente.
Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“ stellt Lernende vor besondere Herausforderungen. Wechselnde Erzählperspektiven, Zeitsprünge und miteinander verwobene Lebensgeschichten machen den Roman anspruchsvoll. Gleichzeitig sind es gerade diese Gestaltungsmittel, die seine literarische Wirkung prägen.
Schlöndorffs Film hingegen erzählt die Geschichte chronologisch und konzentriert sich stärker auf die menschlichen Schicksale.
Die Unterrichtseinheit greift diese Frage mit gezielten Film- und Textvergleichen auf. Drei fachliche Schwerpunkte stehen dabei im Mittelpunkt:
Wie unterschiedliche Darstellungsweisen unsere Wahrnehmung von Figuren und Ereignissen prägen.
Welche Rolle Erinnerung, Verdrängung und individuelle Verantwortung für das Verständnis des Romans spielen.
Wie Roman und Film unterschiedliche Akzente bei der Darstellung deutscher Geschichte setzen.
Die Lernenden untersuchen dabei nicht nur Unterschiede zwischen Roman und Film, sondern auch deren Bedeutung. So wird die Verfilmung zum Ausgangspunkt einer vertieften literarischen Interpretation.
Die passenden Szenen und Textstellen auszuwählen, Unterschiede herauszuarbeiten und daraus aufeinander aufbauende Aufgaben zu entwickeln, kostet Zeit. Die Unterrichtseinheit übernimmt diese Vorarbeit: mit gezielt ausgewählten Vergleichssituationen, strukturierten Arbeitsaufträgen und passenden Erwartungshorizonten.
Die Unterrichtseinheit führt die Schülerinnen und Schüler schrittweise vom ersten Vergleich zur eigenständigen Bewertung.
Dabei entwickeln und vertiefen sie zentrale Kompetenzen für die gymnasiale Oberstufe:
Erzähltechniken und ihre Wirkung analysieren
Figuren und Handlungen differenziert interpretieren
Deutungshypothesen entwickeln und begründen
Filmische Gestaltungsmittel untersuchen
Eigene Urteile argumentativ formulieren
Zum Abschluss führen die Lernenden ihre Beobachtungen zusammen und entwickeln ein begründetes Urteil über die Verfilmung, indem sie eine eigene Filmkritik verfassen.
Damit bietet die Unterrichtsreihe zugleich eine Möglichkeit, wichtige Kompetenzen für das Deutschabitur zu vertiefen.
Ein anspruchsvoller Roman, eine eigenständige Verfilmung und zahlreiche Möglichkeiten zur Interpretation: Die Unterrichtseinheit von Dr. Christoph Kunz verbindet diese Perspektiven zu einer strukturierten Unterrichtsreihe.
6 Unterrichtsstunden für die Sekundarstufe II, zusätzlich zur gemeinsamen Filmsichtung
9 ausgearbeitete Materialien mit konkreten Aufgaben und Vergleichshilfen
4 Film- und Textlupen zur vertieften Analyse ausgewählter Episoden
Didaktisch-methodische Hinweise und Erwartungshorizonte zur Vorbereitung und Auswertung
Eine abschließende Schreibaufgabe, in der die Lernenden eine eigene Filmkritik verfassen
Die Unterrichtsreihe setzt auf einer bereits begonnenen Pflichtlektüre auf und eignet sich zur vertiefenden Auseinandersetzung mit „Heimsuchung“.
Entdecken Sie die vollständige Unterrichtseinheit und nutzen Sie den Film, um Ihren Lernenden neue Zugänge zu Erpenbecks Roman zu eröffnen.
In unserem Webinar zeigen wir in einer Stunde verschiedene Ansätze, den Roman im Unterricht zu bearbeiten.
„Heimsuchung“ jetzt im Kino!
Jenny Erpenbecks Bestseller kommt auf die große Leinwand: Entdecken Sie die preisgekrönte Literaturverfilmung von Volker Schlöndorff.

