KI-Feedback mit RAAbits und FelloFish im Unterricht einsetzen

02.04.2026
6 Minuten
Unterricht

Schreiben fördern statt nur bewerten

Viele Lehrkräfte kennen das Problem: Schreibaufgaben sind essenziell für den Lernprozess, aber aufwendig zu korrigieren. Besonders bei großen Klassen bleibt oft wenig Zeit für individuelles Feedback. Dabei ist genau dieses Feedback entscheidend, damit Lernende ihre Texte weiterentwickeln können. Eine mögliche Lösung bietet KI-gestütztes Feedback. In Kombination mit den fertigen Schreibaufgaben von RAAbits und dem Feedbacktool FelloFish erhalten Lernende Rückmeldungen zu ihren Texten und Lehrkräfte gewinnen Zeit für die pädagogische Begleitung.

Ein roter Kugelschreiber liegt auf einem Papier mit korrigierten Aufgaben auf Englisch

© RAABE, erstellt mit ChatGPT, KI-Technologie

Warum ist Schreiben eine Schlüsselkompetenz in vielen Fächern?

Schreiben ist nicht nur Aufgabe des Deutschunterrichts. In vielen Fächern setzen Lernende schriftliche Aufgaben ein, um Wissen zu strukturieren und zu reflektieren. Beispiele aus dem Unterricht:

Historische Ereignisse analysieren oder argumentativ einordnen

Fachwissen wiedergeben, Stellungnahmen formulieren und begründen

Gedanken schriftlich ausdrücken und kommunikative Kompetenz entwickeln

Interpretationen, Erörterungen oder kreative Texte verfassen

Schreiben unterstützt Lernende dabei, Gedanken zu strukturieren und Fachwissen verständlich darzustellen.

Wie können Sie KI-Feedback im Unterricht einsetzen?

RAAbits stellt Lehrkräften über 200 einsatzbereite Schreibaufgaben für die Sekundarstufe I und II zur Verfügung. Die Materialien enthalten bereits konkrete Aufgabenstellungen, Arbeitsmaterialien und geprüfte Bewertungskriterien. In Kombination mit FelloFish erhalten Lernende zu ihren Texten KI-gestütztes Feedback auf Grundlage dieser Kriterien.

Ein Screenshot aus FelloFish und RAAbits.

  1. Lernende bearbeiten eine Schreibaufgabe aus RAAbits.

  2. Die Texte werden im Tool hochgeladen.

  3. Lernende erhalten eine erste KI-Rückmeldung.

  4. Die Texte werden überarbeitet.

  5. Die Lehrkraft bespricht ausgewählte Beispiele im Unterricht.

Woran erkennen Sie einen guten Text?

Bei der Bewertung schriftlicher Aufgaben spielen meist drei Aspekte eine Rolle:

  1. Inhalt: sachangemessen und fachlich korrekt

  2. Form: sprachlich korrekt und passend zur Textsorte

  3. Funktion: adressaten-, intentions- und situationsangemessen

Diese Kriterien bilden häufig die Grundlage für Klassenarbeiten oder schriftliche Leistungsnachweise.

Warum brauchen Lernende Feedback beim Schreiben?

Schreiben ist ein Prozess und Lernende entwickeln ihre Texte Schritt für Schritt. Der Schreibprozess umfasst typischerweise drei Phasen:

  1. Texte planen und strukturieren

  2. Texte formulieren

  3. Texte überarbeiten

Gerade die dritte Phase ist besonders lernwirksam. Lernende verbessern ihre Texte, wenn sie konkrete Rückmeldungen erhalten. Wirksames Feedback ist fair, verständlich formuliert, kriteriengeleitet und konkret umsetzbar. Der Bildungsforscher John Hattie beschreibt Feedback als einen der wirksamsten Faktoren für Lernerfolg (Hattie, 2009).

Wie kann KI den Schreibprozess im Unterricht unterstützen?

KI-gestützte Tools können Lernenden erste Rückmeldungen zu ihren Texten geben. Diese Rückmeldungen betreffen zum Beispiel die Struktur eines Textes, die Argumentationslogik und die sprachliche Klarheit. Für Lehrkräfte bedeutet das:

  • Lernende können Texte mehrfach überarbeiten

  • Feedback erfolgt schneller

  • der Schreibprozess wird sichtbarer

Wichtig bleibt: Die pädagogische Bewertung liegt weiterhin bei der Lehrkraft.

Autorinnen: Katharina Kreinberger und Isabell Höntsch

Redakteurinnen für die Gesellschaftswissenschaften und Sprachen in der Sekundarstufe I und II.

Quellen

Hattie, John (2009): Visible Learning – A synthesis of over 800 meta-analyses relating to achievement. Routledge.